
1. Vorsitzender:
Herr Ferdinand Herr
Wallweg 5
36145 Hofbieber
Tel: (49) 6657 919198
Fax: (49) 6657 919199
2. Vorsitzender:
Herr Rainer Neubauer
Kassenwart:
Herr Norbert Auth
Kirchstr. 2
36145 Hofbieber
SEARA - mit diesem Namen verbinden viele Familien am Rande der brasilianischen Urwaldstadt Santarém Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Von ausländischen Firmen aus ihren Dörfern am Amazonas verdrängt oder in der Hoffnung auf materiellen Wohlstand sind sie in die Siedlungen am Rande der Großstadt gezogen und haben sich auf die Suche nach Arbeit gemacht - meist jedoch vergeblich. Da sie oft keinerlei Schulbildung, geschweige denn eine Berufsausbildung haben, versuchen sie mit kleinen Jobs oder Gelegenheitsarbeiten den Lebensunterhalt ihrer Familie zu verdienen. Die Frauen arbeiten, wenn überhaupt, als Wäscherinnen oder Hausangestellte oder schlagen sich mit Autowaschen oder Steineklopfen durch. Viele Männer fahren wieder als Fischer hinaus aufs Wasser und sind oft tagelang unterwegs, während die Frauen und Kinder auf sich alleine gestellt sind. Manche von ihnen bleiben immer länger von zuhause weg und kommen nur noch "zum Kindermachen" nach Hause. Oder gründen an einem anderen Ort eine zweite Familie.
Besonders hart ist das Leben für die Frauen und Kinder in der Regenzeit: Dann werden die Wege und Straßen in den Siedlungen am Stadtrand zu reißenden Flüssen, die sich nicht selten ihren Weg durch die Hütten suchen und Strohdächer, Wände und Lehmböden aufweichen. Da es weder sanitäre Anlagen noch Müllbeseitigung gibt, verwandeln sich die Grundstücke schnell in stinkende Kloaken - mit katastrophalen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Familien: Bis zu zehn Personen teilen sich einen Raum, alles ist feucht und schmutzig, und die Kinder wachsen unter extrem schlechten hygienischen Bedingungen auf.
Das alles bringt die Familien in große soziale Schwierigkeiten: Viele Kinder sind unter- und mangelernährt. Die Älteren, statt zur Schule zu gehen, müssen für den Familienunterhalt arbeiten und enden häufig als Straßenkinder. Die Mütter sind mit der Kinderbetreuung und Verantwortung für das Überleben der Familie überfordert, ihr Selbstwertgefühl sinkt stetig. In der Hoffnung auf Unterstützung empfangen sie ihre Männer immer wieder mit offenen Armen und werden so erneut schwanger, was ihre Situation nur noch weiter verschlimmert. An eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und demokratischen Prozessen ist nicht zu denken.
Ziel der Arbeit von SEARA ist es, die Familien in die Lage zu versetzen, ihre Situation dauerhaft zu verbessern und ihre eigenen Interessen zu vertreten. Dies geschieht mit Hilfe verschiedener ineinander greifender Angebote: pädagogische und gesundheitliche Betreuung von Kleinkindern zur Überwindung von Mangel- und Unterernährung, Jugendbildung, intensive Familienarbeit und Berufsbildung für Mütter.
Vor allem aber ist SEARA ein Ort, an dem die Kinder und ihre Familien wieder erfahren, was Lebensfreude, Selbstachtung und Würde bedeuten. Denn SEARA ist überzeugt: Nur ein starker, selbstbewusster und zuversichtlicher Mensch ist in der Lage, sich selbst zu helfen.
SEARA ist ein rein brasilianisches Projekt. Der Verein SEARA e. V. "Zukunft für Kinder" unterstützt und begleitet diese Arbeit von Deutschland aus. So konnten und können wir mit Hilfe der Freunde, Spender und Mitglieder des Vereins gut ausgebildete Fachkräfte beschäftigen und Projekte wie die Anlage eines Gemüsegartens oder der Bau eines Berufsbildungszentrums realisieren und jährlich vielen hundert Kindern und ihren Familien helfen.