
Wasserdargebot
Aus dem Weltraum betrachtet ist unsere Erde nicht als Erdball, sondern als blaue Wasserkugel zu erkennen. Die Ozeane bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche. Der gesamte Wasserschatz unseres "blauen Planeten" wird auf rund1,5 Milliarden Kubikkilometer Wasser geschätzt. Doch über 97 Prozent davon ist Meerwasser, also für den Menschen ungenießbares Salzwasser; nur der Rest ist Süßwasser, von dem außerdem das Meiste in den gewaltigen Eismassen der Pole und der Hochgebirgsgletscher fest gebunden ist. Der nutzbare Süßwasseranteil am gesamten Wasservorrat der Erde beträgt nicht einmal ein ganzes Prozent!
Wasserkreislauf
Wasser kann zwar nicht verbraucht werden, es ist aber auch nicht vermehrbar: Es befindet sich in einem dauernden Kreislauf von Verdunstung, Niederschlag und Abfluss.
Dieser natürliche Kreislauf hat elementare Bedeutung für unsere Versorgung mit Trinkwasser, weil er aus dem für den Menschen ungenießbaren Salzwasser der Meere Süßwasser produziert und uns sozusagen frei Haus liefert.
Trinkwasser ist nach der Begriffsbestimmung der Europäischen Union "Wasser für den menschlichen Gebrauch". Es kann als Maßstab genommen werden für Lebensqualität.
Welche Bedeutung das Wasser für den Menschen hat, ist in der Europäischen Wasser-Charta des Europarates vom 6. Mai 1968 besonders hervorgehoben. Deren Grundsätze lauten:
Wasserförderung
Von dem in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehenden ober- und unterirdischen Wasserdargebot in Höhe von durchschnittlich 161 Mrd. m³/Jahr werden jährlich insgesamt rund 40 Mrd. Kubikmeter Wasser gefördert - und zwar für:
Wasserversorgung
Von diesen 4 Mrd. m³ liefern die Wasserwerke wiederum etwa 3,76 Mrd. m³ an die Verbraucher. Für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und des Kleingewerbes werden damit weniger als zehn Prozent der gesamten Wasserförderung benötigt.
Die Wärmekraftwerke für die öffentliche Energieversorgung entnehmen das von ihnen benötigte Wasser fast ausschließlich aus den Flüssen, Kanälen oder Seen, also aus sogenannten Oberflächengewässern. Die Industrie setzt ebenfalls zum größten Teil Oberflächenwasser ein. Sie benutzt aber auch rund 3 Mrd. m³ Grund- und Quellwasser. Die Förderung der öffentlichen Wasserversorgung basiert zu über 70 Prozent auf Grund- und Quellwasser. Dabei gibt es erhebliche regionale Unterschiede: In Nordrhein-Westfalen und Sachsen zum Beispiel werden ca. 60 Prozent des Trinkwassers aus Seen, Talsperren und Flüssen gewonnen, während in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder im Saarland fast der gesamte Bedarf (über 92 Prozent) aus Grundwasser gedeckt wird.
Trinkwasserbedarf
Aufgabe der öffentlichen Wasserversorgung ist es, aus dem jeweils vorgegebenen Wasserschatz der Natur Trinkwasser bereitzustellen - in bester Güte, in ausreichender Menge, jederzeit und überall. Jeder Bürger benötigt im Durchschnitt ca. 130 l Trinkwasser pro Tag. Er braucht dieses Wasser zum Trinken und Kochen, aber auch zur Körperpflege, Zum Baden und Duschen, zum Wäschewaschen und für die Toilettenspülung.
Der Wasserbedarf der Haushalte ist in den zurückliegenden Jahren rückläufig.
(vgl. 1990: 145 l je Einwohner und Tag)